mrs 13. Dezember 2011
Forschungsprojekt Multiple Sklerose: Familienaufstellung
Der Arbeitstitel des Projekts heisst “Die Wirkung von Familienaufstellung auf das Lebensgefühl von MS-Kranken”.
Durch mein Studium bin ich Geisteswissenschaftler, seit 10 Jahrenaber vor allem Familienaufsteller. Nun will ich die Wirkung von Aufstellungsarbeit wissenschaftlich untersuchen. Dazu greife ich auf Forschungsmethoden der Sozialwissenschaften zurück und erkunde in einem ausführlichen Interview wie es Menschen geht, die eine MS-Diagnose haben? Verändert sich das Grundgefühl durch die Familienaufstellung? Hier sind weniger die neurologischen Symptome im Fokus, sondern subjektive Qualitäten wie Eigenwahrnehmung, Selbstverständnis. „Wie geht es mir? Wie fühle ich mich in der Welt?“
Die Methode der Familienaufstellung basiert auf der vielfach bestätigten Erfahrung: Unbewusst fühlt sich der Mensch als ein Teil des größeren Organismus seiner „Familie.“ Dieses organische Eingebundensein beeinflusst ihn und bestimmt sein Schicksal auf eigene Weise. Das kann förderlich oder hinderlich sein; jedenfalls überstimmt es unseren Willen. Wir sind nur bedingt frei, über unsere Lebensschritte selbst zu entscheiden.
Viele von uns leben gut damit, mancher jedoch scheint auf problematische Art gebunden, scheint “verstrickt” zu sein mit systemischem Leid. Es sind zwar unterschwellige, doch existentielle Gefühle die unser Leben bestimmen: etwa das Gefühl, “unversöhnt” zu sein; ungelöste Traumata; Verstösse gegen die grundlegende Ordnung des Lebens.
In einer Aufstellung können solche bestimmenden Bezüge sichtbar werden. Dadurch können sich auf subtiler Ebene Lösungen für das System der Klientin/des Klienten vollziehen oder ermöglicht werden.
Kernsensorium der Aufstellungsmethode ist ein verblüffendes Phänomen: die Verlässlichkeit der stellvertretenden Wahrnehmung. Sie weist auf die wirkenden Kräfte hin und dient dem Therapeuten als Indikator.
Das Forschungsprojekt ist dergestalt, dass die Wirkkraft von Familienaufstellung anhand von Interviews von Klienten untersucht werden, welche im Vorfeld eine Familienaufstellung wahrgenommen haben. Wie hat sich das Lebensgefühl durch die Erfahrung einer Familienaufstellung verändert? Wie nachhaltig sind diese Veränderungen?
Bisher wurden die Aufstellungen im Rahmen des Projekts von Harald Homberger angeleitet. Bei der Methode wird vor allem die Ebene der “Bewegung der Seele” berücksichtigt.
Etwa 3 Monate später wird mit Markus Rudolf Schmidt ein etwa 2-stündiges Interview geführt und anschliessend mit Methoden der qualitativen Sozialforschung ausgewertet.
Ein längerer Artikel über das Forschungsprojekt ist im „Kompass“ erschienen, dem MS-Magazin des Berliner Landesverbands vom DMSG (2011/2). Nähere Informationen über die Arbeit und zum Projekt bitte telefonisch oder per e-Mail erfragen.
Tel. In Berlin: 030 21460072 oder per mail: MS-Forschung@rudolfpraxis.de
Anmeldung zum MS-Aufstellungstag in Hamburg am 1. Oktober 2012 (9:30 bis ca. 16:00 Uhr bei Dipl.-Psych. Irmgard Eckermann unter 040-866 255 68 oder i_eckermann@gmx.
Tags: chronische Krankheit, Familienaufstellung, Forschung, Glück, Homöopathie, Lebensgefühl, Liebe, MS, Multiple Sklerose, research